HISTORY

BLOSSBLUEZ ist eine Formation von sieben Musikern aus Deutschlands Süden - und auch eine programmatische Aussage. Und diese ist sicher mit einem Augenzwinkern zu verstehen. BLOSSBLUEZ wurde 1980 von sechs jungen Musikern gegründet, in einer Zeit, in der die Beachtung des Blues deutlich zurückgegangen war. War in den sechziger Jahren und frühen Siebzigern der Blues, insbesondere der British Blues, noch eine Musik, die es mühelos in die Radiosender und sogar Charts schaffte, wurde er in den Achtzigern wieder eine Musik für eine spezielle Hörerschaft.

BLOSSBLUEZ haben auch damals versucht, den Blues zeitgemäß zu spielen, nie war es ihr Ziel, eine Kopie der alten Originale "abzuliefern". So klangen BLOSSBLUEZ Anfang der achtziger Jahre ein wenig wie Blues Brothers, eben sehr Bläser-betont mit zwei Saxophonen, Trompete und Posaune. Dann löste sich die Band auf, Gitarrist Martin Aichele spielte unter anderem in Berlin mit Eb Davis, Bassist Stefan Conradi studierte klassische Gitarre und betätigte sich im Bereich der Neuen Musik, Sänger und Harper Carlo Schultheiss schrieb Jazz- Kritiken, Trompeter Freddy Biechele wechselte zum Gesang und machte Rockmusik.

Anfang 2004 kamen fast alle Musiker von BLOSSBLUEZ wieder zusammen - und nach einer ungeprobten Recording-Session war allen klar: Es geht weiter! Gereift um über 20 Jahre, mit vielgestaltigen musikalischen Erfahrungen - und zwei neuen Bandmitgliedern, dem Jazz-Saxophonisten Alfred Haag und dem Fusion-Drummer Severin Dietrich.

Inzwischen hat BLOSSBLUEZ nach einer Reihe von Live-Auftritten mit "Free Lunch" die erste CD vorgelegt. Hier reichert die Formation den klassischen elektrischen Blues um Samples und Hip-Hop-Elemente an und gelangt zu einer eigenständigen Form des Blues, in dem auch die Freunde des Jazz für sich etwas entdecken können. Martin Aichele und Antonio Lopez mixten einen modernen Sound und ergänzten das live eingespielte Material um Hammond-Phrasen und Samples. So entstand eine groovige, von klassischen Blues-Sounds getragene Synthese, ergänzt um moderne musikalische Ausdrucksmittel. Den Traditionalisten mag das zu weit gehen, doch sieht sich die Band in diesem Ansatz bestätigt: Denn sie hält an dem Anspruch fest, dass eine Band sich weiter entwickeln sollte, um ein emotionaler Spiegel der Gegenwart zu sein. Und diesen Anspruch hatte der Blues immer. Deshalb beschreiben die Musiker von BLOSSBLUEZ ihren Stil folgerichtig als "Acid-Blues", den sie seinerseits stets erneuern werden: eine Mischung und Fusion aus Blues, Jazz, Rock, Funk und Soul - und Sound-Samples. 

Nach Konzerten in "angesagten" Locations wie dem K9 in Konstanz, der Maisenbacher Sägmühle  bei Pforzheim oder dem Kesselhaus in Trossingen konnte BLOSSBLUEZ als Headliner des Bluesfestivals in Remchingen 2008 ihre Interpretation eines modernen Blues einem größeren Publikum vorstellen.

Leider kamen die Konzerte in 2011 zum Erliegen, da einige Mitglieder nicht mehr die Zeit für die weiten Anfahrtswege zu den Proben aufbringen konnten. Carlo Schultheis und Martin Aichele ergriffen 2013 gemeinsam mit Kaus Dindorf aber wieder die Initiative und stellten mit dem Schlagzeuger Joachim Lambrecht sowie dem Bassisten Jury Kolitschew eine "runderneuerte" Band zusammen. Verstärkt wird die Formation von den bekannten Jazz-Saxophonisten Werner Englert und gelegentlich Holger Rohn (ex. Marla Glen). 

BLOSSBLUEZ bleibt sich treu - eine spannende Melange aus Blues und verwandten Stilen zum zuhören, mitwippen und abtanzen.